Zum 1. April 2026 wurden die Honorare der Psychotherapeut*innen ohne belegbare Gründe um 4,5% gekürzt.
Die Bundesregierung hat, mit Frau Nina Warken als Gesundheitsministerin, eine FinanzKommission Gesundheit beauftragt Vorschläge zu erarbeiten, um das Finanzierungsloch der gesetzlichen Krankenkassen zu stopfen.
Auf der Grundlage dieser Vorschläge wurde ein Gesetzesentwurf aufgestellt, auch "Referentenentwurf" genannt, über den bereits in den folgenden Wochen abgestimmt werden soll.
Überproportional viele Vorschläge, die in den Gesetzesentwurf aufgenommen wurden, beeinträchtigen die psychotherapeutische Versorgung.
Hierzu zählen unter anderem:
Und am schlimmsten
Der GKV Spitzenverband hat mehrere irreführende Informationen verbreitet, die sich in vielen Medien wiederfinden, in der unten verlinkten Beschwerde beim PR Rat finden Sie entsprechende Richtigstellungen.
Es geht bei der Kritik an diesen Kürzungen nicht um den finanziellen Wohlstand von Psychotherapeut*innen, sondern darum, dass durch die Kürzungen plus die Budgetierung die Planbarkeit für Psychotherapeut*innen nicht mehr gegeben ist.
Das bedeutet, dass die Ausgaben gleich bleiben bzw. aufgrund der anhaltenden Inflation planbar steigen werden, die Einnahmen aber in jedem Quartal unsicher sind.
Psychotherapeut*innen werden bei einer Budgetierung, aufgrund ihres insgesamt geringen jährlichen Reinertrags, gezwungen sein ihre Leistungen für gesetzlich Versicherte auf die Sitzungsmenge zu reduzieren, die sicher vergütet wird. Zurzeit ist noch nicht klar, wie genau die vorgeschlagene Budgetierung umgesetzt werden würde. Bei anderen Arztgruppen bleiben durch die Budgetierung durchschnittlich 20% der Leistungen unbezahlt.
Sollte die Budgetierung für Psychotherapeut*innen mit vollem oder halbem Kassensitz unterschiedlich ausfallen, so könnte das bedeuten, dass ab dem Jahr 2027 20-40% weniger Sitzungen angeboten werden. Siehe auch hier.
Das bedeutet, dass die geplanten Kürzungen vor allem und am schwerwiegendsten die hilfesuchenden Menschen treffen, die bereits jetzt viel zu lange auf einen Psychotherapieplatz warten.
Neben der ökonomischen Konsequenz geht es auch um die Entwertung der sprechenden Medizin, die Menschen ernst nimmt, sich Zeit nimmt, Patient*innen ermächtigt und die soziale Beziehungsfähigkeit in der Gesellschaft fördert. Siehe auch die Podcast Folge "Was es uns kostet, an Psychotherapie zu "sparen" vom Podcast "Rätsel des Unbewussten".
Die psychotherapeutische und ärztliche Versorgung ist nicht der einzige Bereich, auf den aktuell bedrohliche Einschnitte zukommen, auch die Kinder- und Jugendhilfe, die Eingliederungshilfe und viele andere soziale Bereiche sind schwer betroffen. Wir solidarisierten uns ausdrücklich, weil wir im besten Fall Hand in Hand arbeiten und gegenseitig aufeinander angewiesen sind, um Menschen in Not zu helfen.
Am 01. Mai wird es im Zusammenschluss mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund Sachsen eine Protestradtour geben "Strampeln für Solidarität".
Start ist um 10 Uhr auf der Anton-Bruckner-Allee mit einer Kundgebung um 10:45 Uhr am neuen Rathaus.
Dort wird es eine Aktion geben, für die noch Zitate von (suchenden) Patient*innen gebraucht werden. Wenn Sie Lust haben, eine kurze Stellungnahme von maximal 3 Sätzen beizusteuern, so können Sie diese anonym über dieses Kontaktformular einreichen:
Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den Sachverhalten:
Offener Brief zur „Kalten Reform“ der Psychotherapie
Um:bruch Analyse zu den Honorarkürzungen
Um:bruch Analyse zu den Folgen der Kürzungen